Der König von Timor

Die Geschichte des Freiheitskämpfers Andreas Gebhardt

Timoresische Krieger

Timoresische Krieger

Als sich Anfang des 20. Jahrhunderts die Einwohner Westtimors gegen die niederländische Kolonialherrschaft erhoben, kämpfte an ihrer Seite auch ein Mann aus dem Dorf Sackelhausen im rumänischen Banat, damals noch in Österreich-Ungarn: Andreas Gebhardt. Nach der Niederschlagung des Aufstands durch eine Militärexpedition wurde er gefangen genommen und zum Tode verurteilt. Von Königin Wilhelmina der Niederlande begnadigt, kehrte er 1913 nach Sackelhausen zurück. Auf der Suche nach einem freien und selbstbestimmten Leben hatte sich Gebhardt im Jahr 1900 als Jugendlicher in die Neue Welt aufgemacht. Zwischen beiden Ereignissen verbirgt sich das unglaubliche Schicksal eines Abenteurers und Rebellen, der Geschichte schrieb. Weiterlesen

Geschichte der Chirurgie als Lebensaufgabe

Medizinhistoriker Thomas Breier zum 70. Geburtstag

Wissenschaftliche Tagung der Akademie der Medizinwissenschaften, Temeswar 1981: Eröffnungsreferat Thomas Breier

Wissenschaftliche Tagung der Akademie der Medizinwissenschaften, Temeswar 1981: Eröffnungsreferat Thomas Breier

Lehrer, Bürgermeister, Historiker, Publizist – das Wirken Thomas Breiers im rumänischen Banat war vielseitig und schaffensreich. Von 1979 bis 1990 war er Lehrstuhlinhaber für Chirurgie an der Medizinischen Hochschule Temeswar/Timișoara. Vor allem mit seinen wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Temeswarer Chirurgiegeschichte sichert er sich einen Ehrenplatz in der Reihe bedeutender Banater Persönlichkeiten. »Die medizinisch-historischen Abhandlungen Prof. Thomas Breiers kommen der Arbeit eines Bergmanns gleich, der die Schätze aus dem Dunkel und der Tiefe der Erde ans Tageslicht fördert«, schrieb der bekannte Chirurgieprofessor und langjährige Rektor der Medizinischen Hochschule Temeswar, Dr. Pius Brânzeu. Weiterlesen

Je größer der Baum, desto stärker die Wurzeln

Ioan Holender, dem ehemaligen Direktor der Wiener Staatsoper, zum 80.

Ioan Holender

Ioan Holender, Autorenlesung 2011 in München. Foto: Uwe Detemple

Ioan Holender wurde am 18. Juli 1935 in Temeswar/Timișoara im rumänischen Banat geboren. Das tägliche Leben im Umfeld mehrerer Sprachen und Kulturen war prägend für seine Entwicklung. Als er dreizehn Jahre alt war, wurde die Essig- und Marmeladenfabrik seines Vaters verstaatlicht, die Villa seines Großvaters mütterlicherseits enteignet. Dennoch glaubte Holender, wie damals viele seiner Altersgenossen im Alter zwischen sechzehn und zwanzig Jahren, an die Alternative des Sozialismus, begeisterte sich für den Aufbau einer neuen Welt. Als Sohn eines »Ausbeuters« war ihm der Hochschulzugang eigentlich versperrt. Um dennoch einen Studienplatz zu bekommen, arbeitete Holender nach Abschluss der Technischen Mittelschule ein Jahr als Hilfsarbeiter in den Temeswarer Elektrizitätswerken bei der Straßenbahn. Am Polytechnischen Institut studierte er dann fünf Semester Maschinenbau, Fachrichtung Dampfmaschinen. Seine Leidenschaft galt aber damals schon der Oper. Weiterlesen